Verfasst von: dreinold | 24. August 2012

Leben an sich…

… ist sicherlich nicht immer einfach! Es kommt dabei aber auch darauf an wie man Dinge betrachtet..

Also hallo zusammen,

ich habe mich dazu entschlossen wieder und weiter an meinem kleinen Blog zu basteln, weil es sicherlich einige Dinge gibt die man hier prima mitteilen kann und die vielleicht nicht uninteressant sind. Erst einmal zur Blogänderung; habe hier früher nur über die Zeit an der Universität gesprochen und es hat somit fast immer eine Spielerstattung hier stattgefunden. Nun möchte ich aber hin und wieder insgesamt mal hier was niederschreiben wenn ich denke, och joa ich denke das könnte die Leute vielleicht ein wenig interessieren, und wenn nicht.. Tja dann weiß ich auch nicht, dann müsst ihr hiernach einfach nicht weiterlesen! 🙂

In Zeiten von Facebook ist es sicherlich einfach hin und wieder mal Sachen mitzuteilen und deshalb habe ich auch diese Fanpage eingerichtet. Dann gibt es hin und wieder ein Like oder vielleicht auch einen Kommentar, aber auf dieser Art Plattform kann ich euch einfach mal straight sagen was gerade so abgeht… in meinem Leben, aber auch in meinem Kopf! Feedback ist natürlich immer erwünscht, positiv wie negativ!

Ein kleiner (sehr philosophischer) Kommentar noch zum Bild oben; mein kleines Lebensmotto wird da gut gezeigt sage ich mal. Schaut immer nach vorne und bleibt positiv, und geht Dinge offen und ehrlich an, denn dann sieht die Welt gut aus!! Wie auf dem Bild halt 🙂 Das Bild hat meine Freundin von mir erst diesen Sommer gemacht, in Lagos, Algarve, Portugal.

Nun zu meinem ersten Jahr als Fussballspieler, der endlich seinen Traum leben darf und es hauptberuflich macht. Oder vielleicht geh ich auch noch einmal etwas weiter zurück… Im letzten Artikel sieht man ja das es nun wie eine absolute Krönung schien, endlich Profi zu sein. 2009 in die Staaten gegangen mit einem Stipendium, immer weiter Tore gemacht und Auszeichnungen gesammelt im Fussballwaisenland -dazu ein anderes Mal mehr- und dann über einen sehr gut befreundeten Trainer den Kontakt nach Portugal hergestellt und nach 2 Wochen wurde mir der Vertrag angeboten. Wow geil super. Was hat der ein Glück.

Nun ja Glück ist so eine Sache, ich denke aber wirklich das Glück auch viel mit der Einstellung zu Dingen zu tun hat und das man es sich auf eine Art wirklich erarbeiten kann und muss. Denn von diesem „Glück“ habe ich mir einiges sehr sehr hart erarbeitet, vor allem als ich über den großen Teich bin und auf mich allein gestellt war. Man hört und liest ja immer, dass Fussballspieler die Profi geworden sind es nicht nur wegen ihres Talentes geschafft habe. Es gehört einiges einiges mehr dazu. Hier vielleicht ein kleines Zitat von mir auf meiner Facebook Seite von Februar diesen Jahres:

„Profi zu sein bedeutet nicht nur das Leben zu genießen und ab und zu ein wenig zu kicken. Verantwortung tragen, für sich selber und das Team. Immer hart trainieren und besser sein als die anderen. Früh schlafen, kein Alkohol, keine Party… Du bist der erste der schlafen geht. Weil morgen ist wieder ein Tag an dem du beweisen willst das du besser bist als die anderen. Du willst bereit sein für den Moment wenn es darauf ankommt. Neues Land, neue Sprache, neue Kultur. Aber ein gemeinsamer Sport, DER Sport überhaupt. Die Familie ist weit weg und die Freunde auch, ABER wenn ich auf dem Platz stehe vergesse ich alles um mich herum. Dann gibt es nur mich und den Ball! Und genau deshalb liebe ich es, nicht den Beruf als solches zu verstehen. Sondern als BERUFUNG zu etwas was meine große Liebe ist. FUSSBALL!!!!“

Ich hatte gerade am Anfang meiner Karriere Schwierigkeiten mit dem komplett neuen Lebenstil. Im College in Amerika ist alles schon sehr profiähnlich, aber die Mitspieler und Studenten werden zu Freunden, und das nicht nur durch den Sport an sich oder das Alleine-im-Ausland-sein. Auch diese gemeinsame Leidenschaft für einen Sport und dafür die Familie und Freunde zuhause zurücklassen um mehr zu erreichen als andere, verbindet mehr als man denkt!

Und dann kommt man in dieses oft sogenannte Haifischbecken Fussball, wo es im Grunde keine Freunde gibt, jeder ist auf seinen eigenen Vorteil aus, und gerade in seiner freien Zeit fragt man sich dann oft: Ist es das was ich will? War es das nun schon? Und bei mir geht es noch lange nicht um so Beträge wie beim FC Bayern München etc. Am Anfang noch dieses beflügelt sein; ich bin angekommen in Portugal bei Beira Mar und habe direkt geil trainiert und gespielt und dementsprechend war auch die Anerkennung der Kollegen. Doch warf mich eine Fußverletzung 3 Wochen später in der Vorbereitung später zurück und direkt wird getuschelt und Witze gemacht. Man blendet das aus, aber irgendwie setzt es sich doch in deinen Kopf fest. Ich hatte mir zunächst wahrscheinlich zu viele Gedanken gemacht, doch auf den Profifussball gesehen war ich nun einmal sehr sehr jung, auch wenn 22 Jahre alt. Aber vorher war ich noch nie damit in Berührung gekommen, und deshalb war auch das eine neue, wichtige (und gute) Erfahrung.

Als ich dann am Ende des Transferfensters ausgeliehen werden sollte nachdem ich mich so nahe an der Mannschaft fühlte brach für mich eine kleine Welt zusammen. Ich hatte bis zum damaligen Zeitpunkt eigentlich nur Rückschläge in Bezug auf Verletzungen gehabt, und für mich war es so unverständlich ausgeliehen zu werden,sodass ich mich strikt weigerte. Es ging bis dato immer nur bergauf für mich seit über 2 Jahren. Sollen die doch jemand anders verleihen, ich bin gut genug! Und wenn ich halt nur trainiere, na und, ich will erste Liga spielen. Mit aller Kraft. Heute sehe ich das anders, doch trotz meiner damaligen Sturköpfigkeit stimmte ich der Leihe zu Sporting Covilha dann doch zu. Ich bin sowieso ein Mensch der generell nie etwas bereut, weil ich denke man kann aus jeder noch so schwierigen Situation im Leben lernen und daher als Gewinner hervorgehen wenn man weiß damit umzugehen. Und auch diese Entscheidung war im Grunde genommen nur richtig. Mit Tulipa hatte ich einen Trainer in Covilha der mich als Spieler verstand und mir alle Freiheiten auf dem Platz gab. Nach nur einer Trainingseinheit war ich bereits im Spiel darauf gegen Naval in der Startelf. Das gab mir ein ungebremstes Selbstbewusstsein. Auch die Woche darauf schoss ich in einem Freundschaftsspiel ein wunderbares Tor und im nächsten Pokalspiel traf ich auch direkt. Und somit war ich mir sicher, einer erfolgreichen kann gar nichts mehr im Wege stehen…

Im Nachhinein habe ich wie gesagt viel gelernt und am Ende standen nur 4 Tore auf meinem Konto in ca. 25 Spielen. Doch ich habe nicht nur fussballerisch einiges dazu gelernt, gerade auch menschlich habe ich einiges an Erfahrung gewonnen, und besonders mich selbst besser kennen gelernt. Ich denke das gerade dieses auf-sich-selbst-gestellt-sein sehr wichtig ist um sich selber kennen zu lernen. Ich sage jetzt nicht: Hey geh mal raus in die Welt und leb alleine damit du dich endlich selber kennen lernst. Aber ich bin mir trotzdem sicher das es einem sehr hilft, auch oder gerade in Bezug darauf was man eigentlich will und was wirklich wichtig ist im Leben. Und das sind vor allem deine Familie und wahren Freunde. Gerade meine Eltern spielen hier mit Abstand sicherlich die größte Rolle. Sie unterstützen mich wo sie können, sie wissen genau wie ich ticke und wann ich was brauche. Ich vertraue niemandem so blind wie ihnen, denn ich weiß das ich mich mehr als zu 100% auf sie verlassen kann. Aber auch die anderen Familienmitglieder bringen mir immer wieder neue Denkanstöße und helfen mir weiter. Gut das wir alle so vollkommen verschieden sind! 🙂 Das regt an für neue Ideen..

Und ja, wahre Freundschaft. Etwas das in der heutigen Zeit eher immer seltener geschätzt und ausgetauscht wird. Aber ich habe meinen festen Kreis und diese Leuten wissen auch ganz genau wer sie sind. Man muss sich nicht täglich schreiben und nicht immer beieinander sein. Sich zu schätzen und respektieren und einfach die Zeit genießen wenn man sich dann mal wieder nach einem halben Jahr nicht gesehen hat. Das ist für mich ein reines Glücksgefühl. Wenn man mich fragen würde wie für mich der perfekte Abend aussehen würde; mit der Familie und meinen Freunden und meiner Freundin bei mir zuhause im Garten im Sommer grillen und einfach bis man todmüde ist erzählen. Da bin ich froh im Sommer einige solcher Abend gelebt zu haben.

Nun wieder ein kleiner Sprung zur derzeitigen Situation oder wie es aussieht. Ich habe mir Ende April eine Knieverletzung in einem Spiel zugezogen und war eigentlich im Sommer wieder fit. Nun ist dann während der Vorbereitung zuhause leider diese Verletzung wieder aufgebrochen. Deshalb bin ich derzeit in Behandlung. Bezüglich der sonstigen Situation möchte und kann ich mich gerade noch nicht äußern. Ich habe noch bis zum 30.06.2013 einen Vertrag bei SC Beira Mar, in der ersten portugiesischen Liga, wo ich natürlich gerne spielen würde…

Ich möchte noch erwähnen das es auch im Fußball wahre, ehrliche Leute gibt. Nicht das ihr denkt es sind zu 100% Arschlöcher, nein es gibt auch ein paar Leute die sich mit mehr als nur den Fußball beschäftigen und auch den Menschen sehen, und auch von denen habe ich Leute hier kennen gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar!

Auch wenn es kein leichtes, erstes Jahr war bis dato und es sicherlich nicht leichter wird, liebe ich meinen „Beruf“ bzw. mein Hobby nach wie vor, es ist meine innigste Leidenschaft einfach auf den Platz zu gehen und vor Leuten zu spielen. Dieses Gefühl von Glück können alle Fußballer nachvollziehen, gerade ein Tor zu schießen ist so elektrisierend.. einfach GEIL!!! Das ist einer von so vielen anderen tausend Gründen warum ich einfach so glücklich bin mit meiner Leidenschaft und meinem Hobby meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Und wo auch immer ich in der Zukunft landen werde, wenn ich durch das Fussballspielen auch noch andere Kulturen und Sprachen kennenlerne, bin ich umso glücklicher!

So ich hoffe dieser Text ist nicht zu verwirrend und auch nicht allzu durcheinander verstrickt. Ich war nie der beste Schreiber, das haben mir meine Deutschlehrer schon in der Grundschule gesagt, ich bin eher einer der einfach gerne aufschreibt was gerade in seinem Leben, aber besonders in meinem Kopf vorgeht. Ihr müsst meine Meinung nicht teilen oder verstehen, was sowieso nicht allzu leicht ist da nicht jeder von euch bisher in so einer Situation war/ist. Aber vielleicht interessiert es euch ja doch ein wenig!

Ich hoffe das euch bald doch neue Infos und Updates geben kann wie es nun mit mir aussieht und was es so Neues im Leben gibt.

Bis dahin,

Dominic

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Responses

  1. Erstmal vorneweg: deinen Deutschlehrern kann ich nicht zustimmen – der Text ist so gut geschrieben, dass es eine Freude war ihn zu lesen. Nicht nur wegen dem Inhalt.

    Deine Einstellung inspieriert mich enorm, vor allem von dem Gesichtspunkt aus alleine im Ausland zu leben. Wir verstehen uns.
    Mach weiter so, ich glaube Du bist nicht nur mir eine Ermutigung! Alles Gute für die nächste Zeit!

  2. Dominic,

    You’re right. This is very encouraging and I’m so thankful to still have you as a close friend. In the past, I have gone through a tough year with a situation and then I learn later that the reason why I went through it was not only to grow, but also to help a friend that would go through it after me and would need someone to understand. I know our situations are different, but I am just so so glad that I have you to talk to and with very few words you know the exact feelings that I have. Dankeschoen und immer viel Liebe!


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